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Les Nouvelles: Welche Highlights hält das Jahr 2026 für die Hauptstadtregion bereit?

Das Jahr 2026 bringt für die Hauptstadtregion Schweiz frischen Schwung in mehreren Bereichen. Inhaltlich rückt die Zweisprachigkeit erneut ins Zentrum. Ein weiterer Schwerpunkt bleibt der Verkehr und politisch kommt dem Politmonitoring der Hauptstadtregion Schweiz auch künftig eine Schlüsselrolle zu.

Schwerpunkt

Das Jahr 2026 bringt für die Hauptstadtregion Schweiz frischen Schwung in mehreren Bereichen.

Inhaltlich rückt die Zweisprachigkeit erneut ins Zentrum. Der Verein setzt sein Engagement für frühen Sprachunterricht fort und arbeitet dabei eng mit seinen Partnern zusammen. Durch die bewährte Kooperation mit dem Verein visite und die Unterstützung von dessen Partnerschaft mit der Gewerblichen und Industriellen Berufsschule (GIBS) Freiburg sollen zusätzliche Sprachaustausche ermöglicht werden. Schliesslich wird geprüft, in welcher Form die Hauptstadtregion dieses Jahr ihren Preis für Zweisprachigkeit weiterführen möchte – einen Preis, der junge Talente aus dem Kulturbereich fördert, deren Werk einen Bezug zur Zweisprachigkeit hat.

Ein weiterer Schwerpunkt bleibt der Verkehr. Der «Bericht Weidmann» der ETH Zürich sorgt für Impulse, indem er die Ausbauprojekte aller Verkehrsträger für die Jahre 2025–2045 priorisiert. Der Bund hat den Bericht als Grundlage genommen, um die Eckwerte für den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur bis 2045 festzulegen. Die Hauptstadtregion begleitet diese Arbeiten eng, bündelt die Anliegen ihrer Mitglieder und beteiligt sich im Sommer an der Vernehmlassung.

Politisch kommt dem Politmonitoring der Hauptstadtregion Schweiz auch künftig eine Schlüsselrolle zu. Die daraus abgeleiteten Massnahmen sind die Grundlage für die Positionierung der Hauptstadtregion als politischen Akteur. Die parlamentarische Gruppe wird zu den thematischen Schwerpunkten des Vereins, insbesondere auch im Hinblick auf die erwarteten politischen Debatten rund um das Entlastungspaket 2027 eingebunden.

Zum Thema der Kreislaufwirtschaft führt der Verein die Wissenssammlung inklusive einer Liste von Best Practice-Beispielen fort und bleibt offen für allfällige Anknüpfungspunkte seiner Mitglieder.

Nach einem inspirierenden Forum 2025 in Naters (VS) zum Thema Grossveranstaltungen, dürfen Sie gespannt sein, welches Schwerpunktthema das nächste Forum prägen wird – die Bekanntgabe folgt in Kürze. Die diesjährige Ausgabe wird am 13. November 2026 in Neuenburg stattfinden.

Die Website – ein wichtiger Kanal für die Präsentation des Vereins und seiner Themen nach Aussen – wird umfassend überarbeitet und neugestaltet. Parallel dazu bleibt LinkedIn die Plattform, auf der eigene Veranstaltungen und Themen sowie Updates von den Mitgliedern geteilt werden, mit dem Ziel, die Reichweite weiter auszubauen.

Wir freuen uns auf ein spannendes Jahr voller Ideen und Projekte, die wir gemeinsam mit Ihnen in unserer Region umsetzen werden.

Ausblick auf das Jahr mit dem Co-Präsidium

Andrea de Meuron und Didier Castella, Sie bilden das aktuelle Co-Präsidium der Hauptstadtregion Schweiz. Welche Schwerpunkte möchten Sie im 2026 setzen?

Andrea de Meuron: Für mich steht klar im Zentrum, die Hauptstadtregion Schweiz als starken, gut angebundenen Lebens- und Wirtschaftsraum weiter zu positionieren. Zentral ist der Themenbereich Verkehr: Der Bericht Weidmann und die nationale Priorisierung der Infrastrukturprojekte bis 2045 haben grosse Bedeutung für unsere Region. Wir werden die Arbeiten des Bundes weiterhin eng begleiten, uns in die Vernehmlassung einbringen und die Anliegen unserer Mitglieder koordinieren. Ein weiterer Schwerpunkt wird die Zusammenarbeit mit unserer parlamentarischen Gruppe sein – insbesondere zu den Schwerpunkten Verkehr und Entlastungspaket 2027. All dies trägt dazu bei, dass unsere Region als nationale Drehscheibe und Brückenraum wahrgenommen wird – politisch, sprachlich und in Zusammenhang mit der Verkehrsinfrastruktur.

Didier Castella: Ich möchte mich weiterhin dafür einsetzen, die Stärken der Hauptstadtregion als zweisprachige Brückenregion sichtbar zu machen und auszubauen. Wir setzen uns für die Beibehaltung des frühen Fremdsprachunterrichts ein und wollen die Sprachaustausche weiter fördern – von Schülerinnen und Schüler, über die Lernenden bis hin zu Verwaltungsmitarbeitenden. Wir prüfen zudem eine erneute Ausschreibung des Preises für Zweisprachigkeit. Die Zweisprachigkeit ist ein strategischer Standortfaktor – und eine Herzensangelegenheit für mich in meinen Funktionen als Co-Präsident der Hauptstadtregion Schweiz und als Freiburger Staatsrat.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Kommunikation: Wir modernisieren dieses Jahr unsere Webseite grundlegend und stärken unseren Auftritt auf LinkedIn, um unsere Projekte und die vielfältigen Themen der Region sichtbarer zu machen. So schaffen wir eine stärkere Verbindung zwischen den Menschen, Institutionen und Ideen der Hauptstadtregion.

Welches waren für Sie die Höhepunkte des Jahres 2025?

Didier Castella: Ein besonderer Moment war für mich das Forum der Hauptstadtregion Schweiz in Naters. Die Veranstaltung hat eindrücklich gezeigt, welche Bedeutung Grossveranstaltungen für unsere Region haben – kulturell, wirtschaftlich und gesellschaftlich. Die Vielfalt der Perspektiven, von Forschung über Politik bis hin zur Event-Praxis, hat deutlich gemacht, dass unsere Region über enormes Potenzial verfügt, wenn es um die erfolgreiche Planung und Durchführung solcher Anlässe geht. Beeindruckt hat mich auch der starke Wille der Teilnehmenden, die Chancen von Grossveranstaltungen aktiv zu nutzen und die Hauptstadtregion als sichtbaren, zukunftsorientierten Raum zu positionieren.

Ebenso in bester Erinnerung bleibt mir die Mitgliederversammlung 2025 in Solothurn. Neben den statutarischen Geschäften bot sie inspirierende Einblicke in innovative Arealentwicklungen und Projekte zur Elektromobilität. Die Teilnehmenden konnten dank eines virtuellen Rundgangs spannende Zukunftsprojekte des Kantons Solothurn entdecken und die Stadt später gemeinsam physisch erkunden. Die grosszügige Gastfreundschaft und die architektonischen Bijous der Stadt Solothurn habe ich in bester Erinnerung.

Andrea de Meuron: Geblieben ist mir besonders die Verleihung des Preises für Zweisprachigkeit. Das ausgezeichnete Filmprojekt «Schoggi» des jungen Berner Regisseurs Djibril Vuille ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie künstlerische Projekte Mehrsprachigkeit kreativ und kraftvoll nutzen können. Das Spielfilmprojekt verbindet persönliche und gesellschaftliche Themen – Migration, Identität, kulturelle Vielfalt und wechselt fliessend zwischen Berndeutsch, Französisch und Wolof (Anmerkung der Redaktion: Wolof ist die am weitesten verbreitete Sprache im Senegal). Es zeigt damit exemplarisch, wie gelebte Mehrsprachigkeit in unserer Region wirkt und inspiriert. Die hohe Qualität der eingereichten Dossiers hat erneut verdeutlicht, wie lebendig und vielfältig die Kulturszene in der Hauptstadtregion ist. Der Preis für Zweisprachigkeit ist ein starkes Zeichen für die Förderung des kulturellen Nachwuchses – und für mich ein emotionaler und inhaltlicher Höhepunkt.

Was wünschen Sie sich für die weitere Entwicklung der Hauptstadtregion?

Andrea de Meuron: Ich wünsche mir, dass es uns gemeinsam gelingt, die Hauptstadtregion noch sichtbarer zu machen und die Zusammenarbeit zwischen unseren Mitgliedern weiter zu stärken. Gute Vernetzung ist unser grösstes Kapital – besonders in einer Region, die so viele spannende Perspektiven vereint.

Didier Castella: Wir wollen die Ziele der Hauptstadtregion konsequent weiterverfolgen und den gemeinsamen Kurs halten. Die Region ist stark, wenn sie geschlossen auftritt! Persönlich wünsche ich mir, dass möglichst viele Mitglieder an der Mitgliederversammlung 2026 teilnehmen werden – findet diese doch in meinem schönen Heimatkanton statt (lacht).

3 Fragen an Susanne Sahli

In einigen Monaten – ab der Mitgliederversammlung – werden Sie Vorstandsmitglied der Hauptstadtregion Schweiz. Welche Prioritäten werden Sie in diesem Amt setzen?

Meine Prioritäten liegen in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, der klaren Positionierung der Hauptstadtregion als innovativen Wirtschafts- und Lebensraum sowie in der konsequenten Umsetzung konkreter Projekte. Mir ist wichtig, dass die strategischen Schwerpunkte der Hauptstadtregion spürbaren Nutzen für Kantone, Städte und Gemeinden schaffen und ihre nationale Bedeutung weiter stärken.

Welches Schwerpunktthema der Hauptstadtregion Schweiz liegt Ihnen persönlich besonders am Herzen – und warum? 

Besonders am Herzen liegen mir die Wirtschafts- und Raumentwicklung sowie die Smart Capital Region, zwei unserer Fokusthemen. Diese beiden Themen sind zentrale Zukunftsfragen für unsere Städte und Gemeinden: Sie verbinden Innovation, attraktive Lebensräume und wirtschaftliche Stärke und schaffen damit nachhaltige Perspektiven für die gesamte Hauptstadtregion.

Welches ist Ihr Lieblingsort in der Hauptstadtregion?

Es gibt viele besondere Orte in der Hauptstadtregion. Für mich sind es heute die Grenchenberge. Sie sind eines der schönsten Naherholungsgebiete direkt vor meiner Haustüre und verbinden Natur, Ruhe und Weitblick – ein grosser Mehrwert für die Lebensqualität in unserer Region.

Inspiration aus der HRS

Cluster Food & Nutrition: Neuenburger Treffen zur Innovation in der Lebensmittelbranche

Der Cluster Food & Nutrition hat mit Unterstützung der Hauptstadtregion Schweiz Akteure der Lebensmittelbranche zu einer Veranstaltung zum Thema Innovation in der Lebensmittelbranche zusammengebracht. Der Nachmittag war den verfügbaren Förderinstrumenten, inspirierenden Projekten und konkreten Kooperationsmöglichkeiten gewidmet.

Nach dem Begrüssungskaffee eröffneten Claire Casteran und Tayan Wagner (Cluster Food & Nutrition) sowie Olivier Zava (Wirtschaftsförderung des Kantons Neuenburg) die Veranstaltung und skizzierten deren Ziel: Unternehmen zu vernetzen und ihnen praxisnahe Impulse für die Weiterentwicklung ihrer Innovationsvorhaben zu geben. Eine Vorstellung der wichtigsten nationalen und kantonalen Unterstützungsprogramme vermittelte den Teilnehmenden anschliessend einen klaren Überblick über bestehende Chancen und Ressourcen.

Das Treffen bot zudem Raum, neue Mitglieder des Clusters vorzustellen: Sense4science, HPP Compétence, Axepta und Maspiruline. Diese Präsentationen verstärkten die Netzwerkdynamik und verdeutlichten die Vielfalt an Kompetenzen und Expertise innerhalb des Clusters.

Im Anschluss berichteten verschiedene Neuenburger Akteure und Partner – darunter Maison de l’absinthe, Patric concept, Gastronomia, Neuchâtel Vins et Terroir, FeelEat und die Universität Neuenburg – von ihren Projekten. Ihre Beiträge zeigten eindrücklich, wie vielfältig die Innovationskraft der Region ist, sei es durch neue Produkte, optimierte Prozesse oder kreative Herangehensweisen.

Im partizipativen Workshop, moderiert von Kaïno-Lab, konnten die Teilnehmenden gemeinsame Herausforderungen identifizieren, Bedürfnisse austauschen und konkrete Kooperationsideen entwickeln. Diese Sequenz schuf Raum für kollektives Nachdenken und brachte handfeste Lösungsansätze hervor.

Den Abschluss bildete ein geselliger Apéro, der den informellen Austausch und erste Gespräche über mögliche zukünftige Kooperationen ermöglichte.

Die Veranstaltung markierte einen wichtigen Schritt in der interregionalen Entwicklung des Clusters Food & Nutrition: 31 der angemeldeten Teilnehmenden gehörten bisher nicht zum Netzwerk – ein Zeichen für die Strahlkraft des Anlasses im Kanton Neuenburg. Zudem konnten neue Verbindungen zu regionalen Schlüsselakteuren geknüpft werden – ganz im Sinne der Kernmission des Clusters: vernetzen, inspirieren und neue Synergien schaffen.

Politik

Entlastungspaket 2027

Mit dem sog. «Entlastungspaket 2027» will der Bundesrat das Ausgabenwachstum verringern und 2,4 Milliarden im Jahr 2027 sowie rund 3 Milliarden in den Jahren 2028 und 2029 einsparen. Die Hauptstadtregion Schweiz (HRS) hatte sich an der Vernehmlassung beteiligt und fünf prioritäre Massnahmen identifiziert, bei welchen sie sich einbringen will, darunter der regionale Personenverkehr.

Der Ständerat nahm das Geschäft am 18. Dezember 2025 in der Gesamtabstimmung mit 34 zu 10 Stimmen an. Die vom Bundesrat geplante Erhöhung des Kostendeckungsgrads im regionalen Personenverkehr nahm der Rat mit 25 zu 19 Stimmen an. Dieser Entscheid widerspricht dem Parlamentsbeschluss zum Verpflichtungskredit zur Abgeltung von Leistungen des regionalen Personenverkehrs (RPV) für die Jahre 2026–2028 (25.055): Die Räte genehmigten in der Wintersession 2025 für die nächsten drei Jahre einen Verpflichtungskredit von 3,524 Milliarden Franken – rund 160 Millionen mehr als vom Bundesrat beantragt.

Der regionale Personenverkehr bildet das Rückgrat der Schweizer Mobilitätspolitik und ermöglicht täglich hunderttausenden Bürgerinnen und Bürgern eine verlässliche und nachhaltige Fortbewegung. Die vom Bundesrat geplante und vom Ständerat in der Wintersession 2025 genehmigte Erhöhung des Kostendeckungsgrads im regionalen Personenverkehr (Massnahme 14) würde entweder zu finanziellen Mehrbelastungen der Kantone, Angebotskürzungen oder höheren Billettpreisen führen. Die Hauptstadtregion lehnt alle drei Szenarien ab. Angebotsreduktionen laufen den klima- und energiepolitischen Zielen der Schweiz zuwider. Ausserdem wären periphere Regionen mit einem vergleichsweise tiefen Kostendeckungsgrad stärker von einem Angebotsabbau betroffen. Das ist nicht im Sinne des Service Public. Höhere Tarife wiederum würden die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs schmälern und die Verlagerung auf den öffentlichen Verkehr somit erschweren.

Aus diesen Gründen wird sich die HRS in den weiteren parlamentarischen Debatten weiter dafür einsetzen, dass diese Massnahme abgelehnt wird.

Interessante Inhalte zum Thema Zwei- und Mehrsprachigkeit

Das Forum Helveticum erstellt eine Übersicht über die laufenden politischen Geschäfte zu den Landessprachen und der Mehrsprachigkeit:

  • Politische Geschäfte auf der Ebene Bund ansehen (Stand: 14.01.2026)
  • Kantonale politische Geschäfte ansehen (Stand: 14.01.2026)

Das Forum für die Zweisprachigkeit stellt die wichtigsten Medienbeiträge zum Thema Zweisprachigkeit zusammen.