Les nouvelles: Im Fokus: Zwei- und Mehrsprachigkeit
Schwerpunkt
Preis für Zweisprachigkeit 2026: Förderung für junge Kulturschaffende
Der Endspurt läuft: Noch bis zum 15. September 2026 können junge Talente aus den Bereichen Kunst und Kultur ihre Teilnahmeunterlagen für den Preis für Zweisprachigkeit einreichen. Gesucht werden kreative Projekte und Initiativen, die sich auf innovative Weise mit Zwei- oder Mehrsprachigkeit auseinandersetzen.
Der Preis würdigt dabei nicht nur eine Idee oder ein konkretes Projekt. Er eröffnet jungen Kulturschaffenden die Möglichkeit, sprachliche Grenzen zu überwinden, neue Publika zu erreichen und nachhaltige Brücken zwischen den verschiedenen Regionen der Schweiz zu bauen.
Mit dem Preis für den kulturellen Nachwuchs möchte die Hauptstadtregion Schweiz Initiativen fördern, die den Dialog zwischen den Sprachregionen stärken und Mehrsprachigkeit im Alltag erlebbar machen.
Inspiration aus der HRS
Nationales Symposium: «Für eine wirklich mehrsprachige Schweiz»
Am 27. August 2026 kamen an der Berner Fachhochschule führende Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Bildung, Medien, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zum nationalen Symposium «Für eine wirklich mehrsprachige Schweiz» zusammen. Anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Forums für die Zweisprachigkeit diskutierten sie über die Zukunft der Mehrsprachigkeit in der Schweiz und erarbeiteten konkrete Empfehlungen für ein geplantes Manifest, das 2027 vorgestellt werden soll.
Im Zentrum standen aktuelle Fragen rund um künstliche Intelligenz, den Stellenwert der Landessprachen im Bildungssystem, die Rolle der Medien, die Integration sowie die Bedeutung der Mehrsprachigkeit für Wirtschaft und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Neben Referaten der Sprachdidaktikerin Dr. Sophie Othman und SRG-Generaldirektorin Susanne Wille fanden am Symposium zwei Podiumsdiskussionen und acht partizipative Workshops statt.
Zu den Teilnehmenden zählten unter anderem Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider, BAK-Direktorin Carine Bachmann, EDK-Präsident Christophe Darbellay, Nationalrat Martin Candinas und Christian Levrat, Präsident des Forum Helveticum. Ziel der Veranstaltung war es, die Mehrsprachigkeit als zentrales Element des nationalen Zusammenhalts zu stärken und gemeinsam Perspektiven für die Schweiz von morgen zu entwickeln.
Die Hauptstadtregion Schweiz unterstützt diesen Anlass mit Überzeugung. Die Mehrsprachigkeit ist ein prägendes Merkmal unseres Wirtschafts- und Lebensraums und ein wichtiger Erfolgsfaktor für den Zusammenhalt zwischen den Regionen. Als Brückenbauerin zwischen den Sprachregionen engagiert sich die Hauptstadtregion Schweiz für den Austausch, das gegenseitige Verständnis und die Förderung der sprachlichen Vielfalt in unserem Land.
3 Fragen an
Monica Rosenberg, Operative Leiterin der Solothurner Filmtage und Jury-Mitglied Preis für Zweisprachigkeit 2026.
Wie beurteilen Sie als operative Leiterin der Solothurner Filmtage die Filmproduktion in der Hauptstadtregion?
Nachdem sich die Filmproduktion lange vor allem auf Zürich und Genf konzentrierte, haben sich in den letzten Jahren auch das Wallis und Bern zunehmend als wichtige Produktionsstandorte etabliert. Das Wallis positioniert sich mit der zweiten Film Commission der Schweiz und dem Bau eines Filmstudios in Sion als attraktiver Standort für nationale und internationale Produktionen. In Bern, wo seit jeher in die Filmproduktion investiert wird, engagiert sich eine stark vernetzte Branche für die Weiterentwicklung des Sektors. Auch die Kantone Freiburg und Neuenburg planen ihr Potenzial mit regionalen „Film Commissions“ weiterzuentwickeln. Solothurn bleibt Treffpunkt und Schaufenster der nationalen Filmproduktion.
Diese Kantone und Städte der Hauptstadtregion ziehen Filmschaffende mit ihren besonderen Landschaften, Atmosphären und Geschichten an. Gleichzeitig professionalisieren sich die Regionen – wenn auch in unterschiedlichem Tempo – zunehmend als Filmstandorte, was eine vielversprechende Entwicklung darstellt.
Sie sind dieses Jahr der Jury des Zweisprachigkeitspreises der Hauptstadtregion Schweiz beigetreten. Welche Rolle spielt die Kultur Ihrer Meinung nach bei der Förderung der Mehrsprachigkeit – oder welche Rolle sollte sie spielen?
Mehrsprachigkeit ist ein Weg, die Kultur von Menschen, die anders denken und sprechen für sich zu erschliessen und besser zu verstehen. Umgekehrt kann die Kultur bzw. die Kunst dazu beitragen, dass wir uns mit anderen über gemeinsame Werte und Emotionen verbunden fühlen. Etwa wenn wir von einer Filmszene oder Musik aus einer anderen Kultur berührt sind, werden wir auch empfänglich für die Sprache und Gepflogenheiten der Menschen, die dieser Kultur angehören. Kunst und Kultur sollten dazu beitragen, die Gemeinsamkeiten zwischen Menschen aus unterschiedlichen sozialen und kulturellen Umfeldern erkennbar zu machen und Interesse und Verständnis füreinander zu fördern.
Welches ist Ihr Lieblingsort in der Hauptstadtregion?
Ich mag das Attisholz-Areal, ein stillgelegtes Industrieareal an der Aare in Riedholz bei Solothurn. Die alte Cellulosefabrik hat eine raue und zugleich magische Aura. Mir gefällt, wie das riesige Fabrikgelände heute mit einer Mischung aus Industriegeschichte, Kunstprojekten, Kulturveranstaltungen, Gastronomie und Freizeitangeboten belebt wird.
Politik
Verkehr ’45: Mobilität und Entwicklung in der Hauptstadtregion Schweiz stärken
Für die Hauptstadtregion Schweiz geht es dabei um zentrale Anliegen. Mehrere prioritäre Vorhaben betreffen ihre Mitgliedskantone direkt, darunter die Direktverbindung Neuenburg–La Chaux-de-Fonds, sowie verschiedene Ausbauten des Regional- und Agglomerationsverkehrs. In enger Abstimmung mit den Kantonen und den zuständigen Mobilitätsfachstellen erarbeitet die Hauptstadtregion Schweiz derzeit ihre Stellungnahme, um sich für eine leistungsfähige und nachhaltige Mobilität sowie für die Verbindungen zwischen urbanen Zentren und ländlichen Regionen einzusetzen.