Les Nouvelles: Im Fokus: Dialog, Innovation und politische Impulse
Schwerpunkt
«Institutionelle Zweisprachigkeit – Sprechen wir darüber!»
Wie lässt sich Zweisprachigkeit in unseren Institutionen konkret leben? Mit dieser Frage befasste sich die Veranstaltung «Institutionelle Zweisprachigkeit – Sprechen wir darüber!», die am Freitag, 6. März 2026, von der Stadt Freiburg und dem Kanton Freiburg organisiert wurde. Der Austausch ermöglichte es, konkrete Ansätze zu erarbeiten, um die Zweisprachigkeit zu einer echten Kraft des Zusammenhalts zu machen. Didier Castella, Freiburger Staatsrat und Co-Präsident der Hauptstadtregion Schweiz, betonte, wie wichtig es ist, diese Vielfalt auf institutioneller Ebene als Bereicherung zu erkennen.
Verschiedene Referentinnen und Referenten zeigten anhand von Beispielen aus der täglichen Praxis oder durch die Vorstellung von Pilotprojekten die Vorteile einer gelebten Zweisprachigkeit auf. Julien Steiner, Stadtschreiber von Biel, erläuterte die konkreten Auswirkungen der Zweisprachigkeit auf Verwaltungsebene und im öffentlichen Raum. Alberto Palaia, Beauftragter für Mehrsprachigkeit des Kantons Graubünden, führte die Teilnehmenden auf eine kantonale Reise durch ein mehrsprachiges Gebiet, in dem Deutsch, Italienisch und Rätoromanisch gesprochen werden. Dr. Alessandra Keller Gerber und Dr. Audrey Bonvin vom Institut für Mehrsprachigkeit der Universität Freiburg stellten ein innovatives Projekt vor, welches mithilfe von KI das Erlernen einer Fremdsprache fördern soll. Mirjam Ballmer, Gemeinderätin der Stadt Freiburg, stellte die Erkenntnisse vor, die aus den ersten Versuchen mit zweisprachigen Klassen in der Primarschule gewonnen werden konnten. Die nationale und kulturelle Perspektive brachte Fiona Häusler ein, Leiterin der Abteilung Sprachen und Gesellschaft beim Bundesamt für Kultur. Sie zeigte den Stellenwert der Sprachen für den nationalen Zusammenhalt auf.
Die rund fünfzig Vertreterinnen und Vertreter des Bundes, der Kantone, der Städte sowie der Wissenschafts- und Institutionswelt bekräftigten ihr Interesse an einem solchen Austausch und ihre Bereitschaft, die Diskussion fortzusetzen, um konkrete Lösungsansätze für die Herausforderung der institutionellen Zweisprachigkeit zu finden.
Die Veranstaltung wurde mit Unterstützung des FORUM für Zweisprachigkeit, der Universität Freiburg sowie der Hauptstadtregion Schweiz durchgeführt.
3 Fragen an Thierry Steiert
In einigen Monaten – an der Mitgliederversammlung – werden Sie den Vorstand der Hauptstadtregion Schweiz verlassen. Sie waren viele Jahre im Vorstand aktiv und engagierten sich zwischen 2017 und 2019 zusätzlich als Co-Präsident. Welche Prioritäten hatten Sie in diesem Amt?
Thierry Steiert: Die Hauptstadtregion Schweiz hat sich zu einer bekannten und anerkannten institutionellen Ansprechpartnerin in der politischen Landschaft entwickelt. Sie hat es geschafft, an Sichtbarkeit zu gewinnen, um die Interessen der Region im weiteren Sinne besser zu vertreten – einer Region, die sich zwischen den grossen Ballungsräumen Zürich und dem Genferseeraum eine eigene Identität geschaffen hat.
Ich hatte das grosse Vergnügen, fast 10 Jahre lang im Vorstand der Hauptstadtregion Schweiz mitzuwirken. Ich schätze insbesondere die horizontale (interregionale) und vertikale Zusammenarbeit sehr – eine Besonderheit der Hauptstadtregion Schweiz, die Vertretende der kantonalen, regionalen und lokalen Ebene einbezieht und damit das gesamte Gebiet der Hauptstadtregion Schweiz abdeckt. Als Vertreter der Agglomeration Freiburg konnte ich die zweisprachige Identität von Freiburg zur Geltung bringen und so zu einem der Schwerpunktthemen der Hauptstadtregion Schweiz beitragen. Ein weiteres wichtiges Thema für mich war das Cluster Food & Nutrition, welches seinen Sitz in Freiburg hat.
Wie blicken Sie auf Ihre Zeit in der Hauptstadtregion Schweiz zurück?
Thierry Steiert: Ich werde insbesondere die Zeit als Co-Präsident der Hauptstadtregion Schweiz, die ich gemeinsam mit Regierungsrat Christoph Ammann ausüben durfte, in sehr guter Erinnerung behalten. Ich habe auch den Zusammenhalt innerhalb der Hauptstadtregion Schweiz geschätzt, als es darum ging, gegen die Schliessung des Radiostudios der SRG in Bern zu kämpfen. Generell haben mir die Kontakte, die ich im Vorstand über Parteigrenzen hinweg knüpfen konnte, ermöglicht, meinen Horizont zu erweitern und mich mit meinen Kolleginnen und Kollegen über Themen auszutauschen, die uns alle betreffen.
Welches Thema oder welche Herausforderung sollte Ihrer Meinung nach in den nächsten Jahren für die Hauptstadtregion Schweiz weiterhin Priorität haben?
Thierry Steiert: Vor dem Hintergrund zunehmender Polarisierung und einer Infragestellung von Werten erscheint es mir wichtig, sich der bedeutenden Rolle bewusst zu werden, die die Hauptstadtregion Schweiz für den nationalen Zusammenhalt spielt. Die Sprachgrenze verläuft quer durch das Gebiet der Hauptstadtregion Schweiz, und genau dort können die beiden grössten Sprachgemeinschaften unseres Landes miteinander in Kontakt treten und sich gegenseitig bereichern. Bei den thematischen Schwerpunkten wird die Verkehrspolitik in den kommenden Jahren sicherlich eine zentrale Rolle spielen; es gilt, den Ausbau der Infrastruktur des öffentlichen Nahverkehrs in der Hauptstadtregion Schweiz sicherzustellen. Darüber hinaus ist der Fokus auf den Agrar- und Lebensmittelsektor für die Identität der Region von entscheidender Bedeutung.
Inspiration aus der HRS
Cluster Food & Nutrition - Berner Begegnung: Innovation gemeinsam gestalten
Der Cluster Food & Nutrition hat mit Unterstützung der Hauptstadtregion Schweiz in Bern Akteure der Lebensmittelbranche zu einem Treffen zusammengebracht, das der Zusammenarbeit und Innovation in diesem Sektor gewidmet war. Das Ziel: die verfügbaren Fördermittel und Instrumente zu teilen, um Kreativität und innovative Projekte in der Branche anzuregen.
Nach einer Einführung, in der die Aktivitäten des Clusters Food & Nutrition vorgestellt wurden, teilte die Sproudz SA ihre Erfahrungen für den Aufbau von erfolgreichen Partnerschaften zwischen fenaco und Start-ups. Anschliessend stellte der AgroFoodPark seine Fördermassnahmen für innovative Projekte vor, während die BFH-HAFL die verfügbaren akademischen Unterstützungsangebote erläuterte, um innovative Ideen in konkrete Projekte umzusetzen. Diese Vorträge vermittelten den Teilnehmenden einen klaren Überblick über die bestehenden Möglichkeiten und Instrumente zur Förderung von Innovation in der Agrar- und Lebensmittelbranche.
Im zweiten Teil der Veranstaltung standen vier neue Mitglieder des Clusters Food & Nutrition im Mittelpunkt, die ihre Aufgaben und Projekte vorstellten und damit den Innovationsgeist der Branche perfekt verkörperten. Anschliessend nahmen die Teilnehmenden an einem gemeinsamen Workshop teil, bei dem sie sich über ihre Bedürfnisse und ihr Angebot austauschten, um potenzielle Synergien und zukünftige Kooperationen zu identifizieren.
Der Tag klang mit einem Networking-Apéro aus, der den Teilnehmenden die Gelegenheit bot, die Gespräche fortzusetzen und die geknüpften Kontakte zu festigen.
Dieses Treffen in Bern steht im Einklang mit dem Bestreben des Clusters Food & Nutrition, sein Netzwerk über Freiburg hinaus zu stärken, insbesondere um ein deutschschweizerisches Publikum anzusprechen, das dieselben Werte und Ambitionen im Bereich der Innovation in der Agrar- und Ernährungswirtschaft teilt.
Politik
Das Geschäft «Entlastungspaket» wurde in der Frühjahrssession fertig beraten und auf noch rund 60 Prozent der ursprünglich geplanten Entlastung (mit 1.4 bis rund 2 Milliarden Franken in den nächsten drei Jahren) gekürzt. Eine allfällige Volksabstimmung würde im September 2026 stattfinden, damit die Gesetzesänderungen am 1. Januar 2027 in Kraft treten können.
Im Oktober 2025 nahm der Bundesrat den sogenannten «Bericht Weidmann» der ETH Zürich zur Kenntnis, welcher die geplanten Ausbauprojekte aller Verkehrsträger überprüft und für die Jahre 2025-20245 priorisiert hat.
Gestützt auf den «Bericht Weidmann» sowie auf Bewertungen und Analysen der zuständigen Bundesämter (ARE, ASTRA, BAV) hat der Bundesrat am 28. Januar 2026 die strategischen Eckwerte für den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur bis 2045 beschlossen. Er hat das UVEK beauftragt, diese Eckwerte bis Ende Juni 2026 in eine Vernehmlassungsvorlage zu überführen. Mit der Vorlage «Verkehr ’45» sollen insbesondere die Kapazitäten im Schienenverkehr ausgebaut, bestehende Engpässe im Nationalstrassennetz behoben und Verkehrsprojekte in den Agglomerationen gezielt unterstützt werden.
Betroffen sind auch zahlreiche Projekte innerhalb der Hauptstadtregion Schweiz. Bis 2045 sollen etwa die «Ligne Directe Neuchâtel – La Chaux-de-Fonds oder der Grimseltunnel realisiert werden. Die Hauptstadtregion Schweiz hat eine erste Auslegeordnung zum Projekt «Verkehr ‘45» vorgenommen und wird diese im Hinblick auf die Vernehmlassung im Sinne eines Fokus auf gemeinsame Schlüsselprojekte weiter verfeinern. Klar ist bereits, dass sie sich auch weiterhin für eine starke Einbindung in nationale und internationale Verkehrsnetze sowie eine gute Erschliessung innerhalb der Region einsetzten wird.