Unterstützung für den künstlerischen Nachwuchs in der Hauptstadtregion Schweiz: Ausschreibung
Der Verein Hauptstadtregion Schweiz verbindet Menschen, Kulturen und Sprachräume. Als Zusammenschluss der Kantone Bern, Freiburg, Neuenburg, Solothurn und Wallis sowie mehrerer Städte, Gemeinden und Regionalorganisationen engagiert er sich für einen innovativen Lebens-, Kultur- und Wirtschaftsraum. Mit dem «Preis für Zweisprachigkeit» unterstützt die Hauptstadtregion Schweiz Nachwuchstalente aus Kunst und Kultur, die sich kreativ mit Zwei- oder Mehrsprachigkeit auseinandersetzen. Ausgezeichnet werden Projekte, die Brücken zwischen Sprachkulturen bauen, den Austausch fördern und das gegenseitige Verständnis stärken.
Die Hauptstadtregion vergibt Förderbeiträge in der Höhe von gesamthaft 15'000 CHF. Die Unterstützung kann an ein, zwei oder drei Projekte vergeben werden.
Der Verein darf für die Beurteilung der Projekte auf eine Jury aus den fünf Mitgliederkantonen der Hauptstadtregion zählen. Glenda Gonzalez Bassi, Stadtpräsidentin von Biel, führt den Vorsitz. Die weiteren Jurymitglieder sind Valentin Brügger, Co-Chefredaktor Radio Fribourg, Barbara Lussi, Assistentin am Literaturinstitut in Biel, Nicolas Raufaste, Co-Kurator und Koordinator, CAN Centre d'art Neuchâtel, Monica Rosenberg, Operative Leiterin der Solothurner Filmtage, und Stefanie Salzmann, Künstlerin.
Teilnahmebedingungen
Alle formalen Teilnahmebedingungen finden Sie in der Ausschreibung.
Einreichung der Bewerbungen
Die Bewerbungen müssen auf Deutsch oder Französisch eingereicht werden. Das Eingabeformular kann online ausgefüllt werden, zusammen mit den folgenden Dokumenten:
- Motivationsschreiben (max. 1 A4-Seite als PDF-Datei);
- Vollständiger gestalterisch-künstlerischer Lebenslauf inkl. Portfolio und/oder Link zur Website/zum Instagram- oder Youtube-Accounts;
- Projektbeschreibung, die ggf. auch die kulturelle Partnerinstitution erwähnt (ca. 2 A4-Seiten);
- Arbeitsplan und Budget für den Zeitraum, welcher der Projektrealisierung gewidmet ist;
- Geplante Finanzierung: allfällige Liste der Organisationen und Institutionen, die an der Projektrealisierung beteiligt sind (falls zutreffend).
Die Hauptstadtregion Schweiz kann bei den Bewerbenden bei Bedarf zusätzliche Informationen einholen. Die Frist für die Einreichung der Unterlagen ist der 15. September 2026. Nach diesem Datum werden keine neuen Bewerbungen mehr berücksichtigt.
Frühere Preisträger:innen
2025
Die Jury ehrte den jungen Berner Filmregisseur Djibril Vuille für sein Filmprojekt «Schoggi» mit 15'000 Franken. «Schoggi» behandelt zentrale Themen wie Migration, Mehrsprachigkeit, kulturelle Identität und koloniale Geschichte und nutzt den kreativen Wechsel zwischen Berndeutsch, Französisch und Wolof als gestalterisches Mittel.
2024
Mit einem Förderbeitrag von CHF 10'000 würdigte die Jury das Projekt «Solo Brodo (Primordio e Parsimonia)» der in Biel lebenden Künstlerin Rebecca Solari. In ihrer interdisziplinären Arbeit beleuchtet die junge Performance-Künstlerin und Musikerin ihre Mutter-sprache – einen Tessiner Dialekt aus dem Blenio-Tal – mit ihrer Kultursprache, dem Französisch. Dabei geht sie zeitgenössische Fragestellungen wie Identität oder soziale Normen an.
Ebenfalls ausgezeichnet wurde 2024 die Talentschmiede «Akademie für aktuelle Musik Schweiz» aus Freiburg. Mit dem Preisgeld von 5'000 CHF wird ein zweisprachiges Musiklager der Akademie in Schwarzsee für junge Musikerinnen und Musiker, Kinder und Jugendliche unterstützt.
2023
Im ersten Jahr ausgezeichnet wurde das Theaterprojekt «La soirée posthelvétique» des Kollektivs Actif Posthelvetia, das eine provokative Neuinterpretation der Figur Helvetia zeigt. Inspiriert von Raymond Queneaus «exercices de style» wird die Geschichte stilistisch vielfältig erzählt – mit einer Übersetzungsarbeit, die weit über sprachliche Übertragung hinausgeht und Fragen zur Identität der Schweiz aufwirft.
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