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Les Nouvelles: 10 Jahre Engagement

SCHWERPUNKT

Das Jahr 2020 stand unter dem freudigen Vorzeichen des 10-jährigen Jubiläums der Hauptstadtregion Schweiz. Doch dann hat uns die Gesundheitskrise viel Flexibilität und Durchhaltewillen abverlangt. Projekte haben sich teilweise verzögert und die Unmöglichkeit, sich physisch zu treffen, erforderte das Austesten von neuen Formen der Zusammenarbeit. Die gemachten – durchaus auch positiven – Erfahrungen werden die künftige Arbeitsweise der Hauptstadtregion Schweiz prägen.

Die Hauptstadtregion Schweiz nahm das Jubiläum zum Anlass, um auf die Meilensteine der vergangenen Jahre zurückzublicken. Dabei haben wir zusammen mit unseren Mitgliedern analysiert, welche Stärken und Erfolge die Hauptstadtregion Schweiz im letzten Jahrzehnt ausgemacht haben. Diese Erkenntnisse werden nun in die künftige Ausrichtung der Hauptstadtregion Schweiz einfliessen. Wir freuen uns darauf, an der Mitgliederversammlung am 21. Mai in Solothurn die gemeinsam erarbeiteten Erkenntnisse präsentieren zu können.

In der Zwischenzeit geht unser herzlicher Dank an alle, die sich für unsere Region engagiert haben und weiterhin engagieren.

 

3 FRAGEN AN

... Kurt Fluri, Mitbegründer der Hauptstadtregion Schweiz, und Laurent Favre, aktueller Co-Präsident.

Kurt Fluri, was war vor 10 Jahren das Hauptanliegen der Hauptstadtregion Schweiz und Ihre Motivation, einen solchen Verein zu gründen?

«Der Auslöser war das "Raumkonzept Schweiz" des Bundes, das drei Metropolitanräume in der Schweiz als Wirtschaftszentren definierte: Zürich, Basel und das Bassin lémanique. Das Mittelland wurde aussen vor gelassen. Der Kanton Bern musste darauf reagieren und er hat seine Nachbarkantone aktiviert. Diese grossstädtischen Wirtschaftsräume wurden nicht angefochten, aber die Botschaft war zu bekräftigen: Es gibt ein politisches Zentrum: Das ist die Stadt Bern und die umliegenden Regionen. Auf dieser Grundlage wurde die Entscheidung getroffen, die Hauptstadtregion Schweiz zu gründen. Die offizielle Bekanntgabe erfolgte an einer Pressekonferenz am 19. März 2010 in Anwesenheit von Alexander Tschäppät, Berner Stadtpräsident, Andreas Rickenbacher, Regierungsrat des Kantons Bern, Didier Berberat, Staatsrat des Kantons Neuenburg und Stadtpräsident La Chaux-de-Fonds sowie Georg Tobler vom Bundesamt für Raumplanung und mir.»

Laurent Favre, warum haben Sie das Co-Präsidium übernommen?

«Auch wenn der Ursprung der Hauptstadtregion Schweiz im Bereich der Raumplanung liegt, so ist das Funktionieren zwischen den Nachbarkantonen (Bern, Freiburg, Neuenburg, Solothurn und Wallis) und die Institutionalisierung dieser Beziehungen äusserst interessant und bedeutsam. Gemeinsam sind wir stärker und es ist wichtig, dass die Kantone ihre gemeinsamen Interessen gegenüber den Bundesbehörden vertreten. Die Hauptstadtregion Schweiz ist wie eine kleine Schweiz, die sich über mehrere Kulturen und unterschiedliche Gebiete erstreckt. Wir sind im geographischen Zentrum und können daher unseren Beitrag auf nationaler Ebene leisten, insbesondere durch den Brückenschlag zwischen der Deutsch- und der Westschweiz.»

Welcher ist ihr Lieblingsort in der Hauptstadtregion?

Kurt Fluri: «Aus emotionaler Sicht würde ich natürlich Solothurn sagen. Aber es ist das Parlamentsgebäude, das ich angesichts seiner Geschichte, der Stärke des Föderalismus, des Zweikammersystems empfehlen würde. Dort könnte ich die Schweiz am besten erklären.»

Laurent Favre: «Natürlich bin ich mit der Stadt Neuenburg sehr verbunden. Ich möchte aber auch die Stadt Bern erwähnen, den Sitz all dieser föderalen Werte, die wir pflegen. Ein weiterer grossartiger Ort, der symbolisch für die Hauptstadtregion Schweiz steht, weil er die Themen Raumentwicklung, Natur und Energie repräsentiert, ist das Wasserkraftwerk Hagneck. Die Meisterleistung dieser Juragewässerkorrekturen vor 150 Jahren ist das Resultat harter Arbeit der Kantone Solothurn, Freiburg, Bern und Neuenburg mit Unterstützung des Bundes. Mit diesem Projekt wurden aus einem versumpften Gebiet landwirtschaftliche Produktionsflächen geschaffen, Lebensraum entwickelt und die Produktion von erneuerbarer Energie ermöglicht. Die neuste Revitalisierung hat weitere Verbesserungen gebracht. Das Wasserkraftwerk Hagneck ist ein schönes Symbol für die enge Zusammenarbeit und die positive Energie, welche durch unsere Kantone fliesst.»

Das gesamte Gespräch ansehen (YouTube)

 

IN ZAHLEN

Ein Rückblick in Zahlen zeigt, wie vernetzt und breit aufgestellt die Hauptstadtregion Schweiz nach zehn Jahren ist.

 

ERFOLGE

Gesundheitswesen, ein Sektor mit grossem Potenzial 

Als attraktiver Standort für die Medtech-Industrie zieht die Hauptstadtregion auch immer mehr Unternehmen aus der Biotechnologie- und Pharmabranche an. Unsere Region zeichnet sich daher durch einen starken Gesundheitssektor aus, der auf einem effizienten Spitalnetzwerk basiert, dessen Flaggschiff – die Insel Gruppe – national und sogar international einen hervorragenden Ruf geniesst. Die Hauptstadtregion Schweiz hat einen wichtigen Beitrag zur Entstehung des "sitem-insel" auf dem Insel-Campus geleistet. Dieses Forschungsinstitut von internationaler Bedeutung setzt auf partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, klinischer Medizin und Wirtschaft. 

Die Bedeutung des Schienenverkehrs in der Schweiz 

2019 wurden die Vorlagen zum Ausbau der Bahninfrastruktur «STEP 2035» und zum aktualisierten strategischen Entwicklungsprogramm Nationalstrassen «STEP Nationalstrassen» im Parlament behandelt. Die Interessensvertretung für diese Vorlagen war für die Hauptstadtregion Schweiz, in ihrer Rolle als nationale Verkehrsdrehscheibe, prioritär. Dementsprechend wurden die nationalen Vorlagen eng begleitet.

Insbesondere für die Vorlage «STEP 2035» hat die Hauptstartregion viel gearbeitet. Frühzeitig wurden zentrale Ziele definiert:

  • Halbstundentakt zwischen den Zentren der Hauptstadtregion
  • Viertelstundentakt in den grösseren Agglomerationen
  • Alle Regionen der Hauptstadtregion Schweiz werden angemessen berücksichtigt

In enger Zusammenarbeit mit dem Lötschberg-Komitee, der Westschweizer Verkehrsdirektorenkonferenz CTSO sowie der parlamentarischen Gruppe Hauptstadtregion Schweiz konnten, durch Vernehmlassungsantworten und Diskussionen im Parlament, die zentralen Projekte erfolgreich in die Vorlage integriert werden. So werden nun unter anderem der Ausbau des Lötschberg-Basistunnels, die direkte Linie Neuenburg–La Chaux-de-Fonds sowie der Viertelstundentakt in der Agglomeration Freiburg realisiert.

 

DIE BILDER

 Wir danken allen herzlich, die sich für unsere Region engagiert haben und weiterhin engagieren.

AGENDA

Alle geplanten Veranstaltungen und Veranstaltungstipps finden Sie hier.